45 Jahre ungedeckte Währung

 

Am 15.08.1971 wurde unter Präsident Nixon der US Dollar von jeglicher Golddeckung abgekoppelt. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es die staatliche Garantie dafür, jeweils 35 USD gegen 1 Unze puren Goldes einzutauschen.

 

Die teilweise Golddeckung europäischer Währungen wurde während der folgenden Jahre Schritt für Schritt aufgehoben, seit nunmehr 4 Jahrzehnten lässt sich, dem Gefallen der Hochfinanz entsprechend, die Geldmenge beliebig ausdehnen. Geld verfügt über nicht mehr den geringsten inneren Wert!

 

Dem seinerzeitigen Offenbarungseid (eines leeren Staatsgold-Tresors) kam Präsident Nixon zuvor und schloss das Goldfenster. Diese einseitige Aufkündigung von Bretton Woods und dem seit 1944 der Welt gegebenen Versprechen zur Goldeinlösung aller Dollars ist wohl eine der bedeutendsten Zäsuren in der Geschichte und gleichzeitig der grösste Vertragbruch.

 

Wir leben seither alle ungewollt in einem riesigen Papiergeldexperiment, in dem das Geldvermögen der Welt aus nichts anderem als Schulden besteht, welche aufgrund des verzinsten Geldsystems niemals zurückgezahlt werden können.

 

„ Die Gesetzmäßigkeit der Mathematik, die Kraft von Zins- und Zinseszins führen dazu, dass sich die Verschuldungsentwicklung immer weiter beschleunigen wird (Exponentialfunktion) und sich deshalb nicht mehr die Frage stellt, ob- sondern nur noch wann und wie dieses System erneuert werden muss.“

 

Der mediale und politische Wirbel um Eurokrise, Rettungsschirme oder Eurobonds haben bislang keinen einzigen Euro Schulden abgetragen, letztendlich die Schuldensituation nur noch verschlimmert. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank unter ihrem Chef Mario Draghi, den Banken des Euro-Raums beliebig viel Geld fast zinslos zur Verfügung zu stellen verdeutlicht die Situation, aber auch den politischen Willen, Staatsschulden langfristig durch Inflation aus der Welt zu schaffen. Kurzfristig hat diese Vorgehensweise die Euro- und Bankenrettung primär im Visier. Es wird viel davon abhängen, was die Banken aus dem Geldgeschenk machen. Die meisten benötigen die Mittel dringend, um ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen. Die zu Recht befürchtete Kreditklemme ist noch nicht aus der Welt und die Auswirkungen derartiger Aktionen werden die kommenden Monate an den Finanzmärkten zeigen. Das viele aus dem Nichts neu geschaffene Geld kann von weiteren Schuldenexzessen bis zu steigenden Inflationsraten so ziemlich alles auslösen. Es bleibt die Hoffnung, dass die Banker endlich ihre Hausaufgaben machen und die hoch verschuldeten Staaten eine vernünftige Fiskalpolitik betreiben. Der Zeitfaktor wird eine große Rolle spielen.

 

Noch während sich alles auf Europa konzentriert, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich der Fokus der Staatsdefizitkrisen zukünftig wieder in Richtung USA verschiebt. Während die aktuelle Neuverschuldung in der Eurozone zu großen Teilen einer Neukonfiguration der Geschäftsmodelle dient und somit einen investiven Charakter hat, bleibt die US-Neuverschuldung vorrangig konsumtiv und unterstreicht die deutlich kritischere Position, in der sich die Vereinigten Staaten befinden.

 

Seit der 2008 offen ausgebrochenen Finanz- und Schuldenkrise wird aktuell das Problembewusstsein auch von Mainstream-Medien penetrant veröffentlicht. Noch immer lebt auch der weitaus grösste Teil der Bevölkerung im kollektiven Glauben an die Werthaltigkeit von Papiergeld, d. h. einzig auf Vertrauen. Das belegt der Jahresbericht der Deutschen Bundesbank. Ca. 80 % des zur Verfügung stehenden Geldvermögens verteilt sich auf Papiergeldversprechen (Versicherungen und Bankanlagen, festverzinsliche Wertpapiere usw.) Auch Bundeswertpapiere gehören dazu (sie werden ja ausdrücklich bei der Finanzagentur in einem SCHULDBUCHKONTO erworben und verwahrt.

 

Wer als aufmerksamer Anleger antizyklisch denkt und handelt, kann daher aus dem Beschriebenen interessante Schlüsse ziehen:

 

  • Den Weltuntergang beschwörende Überschriften und Inhalte im Internet und Printmedien, sowie entsprechende Diskussionsbeiträge im Fernsehen sind gute Kontraindikatoren, d. h., je mehr sie verbreitet werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es anders kommen wird.
  • Gleichwohl ist klar, dass das Wachstum von Steuerlast, Abgaben, Zinsen und Schulden systembedingt ist und nicht mehr aufgehalten werden kann.
  • Das extreme weiter wachsende Ungleichgewicht von Geldmenge (Schulden) zu Waren/Dienstleistungen kann auf Dauer nur über eine entsprechende Papiergeldentwertung geregelt werden. Unsere Geschichtsbücher beweisen eindeutig, dass Papiergelder immer eine befristete Lebensdauer haben.
  • Niemand kann vorhersagen, wie lange dieser schleichende Prozeß der künstlichen System-Lebensverlängerung noch funktionieren wird.
  • Wer keine Sachwerte besitzt, wettet mit seinem gesamten liquiden Vermögen, dass sich nichts am Geldsystem verändern wird.
  • Wer rechtzeitig anfängt, seine Geldanlagen in gut gestreute reale und beständige Werte zu tauschen, trifft Vorsorge sein Vermögen zu sichern. 
  • Auch geographisch sinnvoll zu streuen erhöht die Sicherheit, auch dann, wenn  nichts passiert und das bestehende Geldsystem weiterhin Bestand haben sollte.

 

„Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein...“ (Perikles, 493 – 429 v. Chr.)

 

Für Sie mag das ganze Hickhack um die Krise, die Bankenrettung und Inflationsangst zwar nervig sein, aber Sie können Ihre Nerven schonen, indem Sie das meiste davon ausblenden und sich ganz bewusst Ihren persönlichen "Rettungsschirm" öffnen.

 

Lassen Sie uns darüber reden.

 

Thomas Feld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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